Sektion Enduro

17. Lübbenauer 3-Stunden-Enduro 2010

Lübbenau, 28.03.2010
Auf Grund des hohen Stressanteils der letzten Woche in meinem Beruf und den damit verbundenen Schlafmangel fuhr ich völlig übermüdet am Samstag nach LÜBBENAU, wo das Auftaktrennen des ADAC Enduro Cup stattfand, was vom MSG Eberswalde wieder ausrichtet wird. Es ist bereits unser 4. 3h Enduro vom MSG und ich kann es irgendwie nicht fassen, das es bereits mein 10. Rennen hier in LÜBBENAU ist. Kinder, wie die Zeit vergeht. Nach 7 Jahren aktiver Rennzeit kennt man irgendwann die Strecken und ist man fühlt sich wie in seiner Heimat.

Es ist immer noch kalt und regnerisch, aber der Boden ist komplett getaut. Von MSG Eberswalde waren der Vorstand, Helfer von Rallye und Kart sowie einige Fahrer wie Ralf und ich vor Ort dabei. Wir richteten wieder die Strecke her und es war wie immer ein einfacher Job, denn die Lübbenauer haben wieder viel vorbereitet. Ich konnte mich allerdings nicht lange konzentrieren und musste mich gegen 18 Uhr zwei Stunden hinlegen. Wir grillten noch und quatschen ein wenig, doch das kalte Wetter ließ uns schnell in die Betten verschwinden, womit ich gegen 23 Uhr ins Bett kam.

Am nächsten Morgen bzw. am Rennsonntag lief alles nach Plan und ich hatte erstaunlicher Weise keine Sachen vergessen, dabei war ich mir schon fast sicher, das irgendwas fehlte. Schön war, das Rainer und Ralf mitfuhren und ich somit nicht alleine den Verein vertrat. Auch die anderen Erzrivalen vergangener Rennjahre wieder zu sehen war eine schöne Sache. Bis auf Sascha Armgardt waren alle da, auch wenn nicht alle mitfuhren, wie Krisch und Beutel. Doch meine Müdigkeit ließ mich wie automatisiert rumlaufen und ich stand irgendwie neben mir.

In meiner Klasse war wieder Jahn Düsing dabei, der nun seine #304 trägt, während ich meine #303 behalten konnte/ durfte. Tobias Hohmann #6 musste nach dem Sieg in meiner Klasse in die Sportfahrerklasse aufsteigen, aber ich war froh, dass er trotzdem weiterfährt. Diese beiden heuerte ich für meine Mannschaft an. Es war aber nicht das gewohnte MSG Eberswalde Team, sondern das renommierte Bluebird Racing Team von Hempi aus der MotoCross-LM. Da ich fuhr dieses Racing Team fuhr und auch gesponsert wurde, nannte ich es natürlich das Bluebird Racing Team. Somit konnte ich mich bei Hempi für seine Unterstützung revanchieren und zwei gute Fahrer gewinnen.

Ronny Krisch schrieb sich nicht ein, weshalb es ja wieder möglich wäre, die Klasse zu gewinnen, aber es sind zwei neue da, die schnell unterwegs sind. Viel Schneller. Zum einen #377 Enrico Ryl und #380 Mehlnikoff. Die beiden sind harte Gegner, zu dem kam hinzu, dass für den heurigen Lauf der E1 Champ Dirk Mager #393 in meiner Klasse startete, womit schon vorab mehr als ein vierter Platz nicht drin war.

Das Rennen begann und ich verpasste etwas den Start, weil meine Konzentration am Boden war. Dennoch kam ich als Dritter in die Kurve hinter #377 und #380. Doch ich war nicht bei der Sache und stocherte wie ein Anfänger mit dem Motorrad in den Sand herum als wäre ich das erste mal dabei. Auch die #393 überholte, sowie irgendeine andere 3xxer Nummer. Ich konnte keine angemessene Haltung finden und meine Unterarme wurden hart wie Stahl. Nach zwei Runden war meine ganze Schulter verkrampft und ich fand keinen Rhythmus. Dabei war die Strecke sehr gut präpariert! Meine Konzentration war weit weg und ich konnte nichts dagegen tun. Die ersten Fahrfehler schlichen sich ein und der erste Sturz folgte in Runde vier. Aber es war nichts passiert und ich fuhr genauso weiter wie bisher. Bis der zweite Sturz mich schon härter traf, aber es rüttelte mich nicht wach. In der siebten Runde sah ich Düsing #304 vorbeifahren, was mich schon demotivierte. Einer meiner Erzrivalen von 2009 fuhr einfach vorbei. Erst der heftige Dritte Sturz nach einer Stunde bzw. in der 8. Runde auf der Crossstrecke in einer Rechtskurve, wo ich mir den Daumen der Gashand stark überdehnte und somit arg zerrte, ließ mir endlich Klarheit in den Kopf schießen. Ich spürte, dass ich bei dieser Fahrweise mir das Schlüsselbein brechen würde und konnte nun zwei Dinge tun, entweder ich fahre nach Hause oder ich stehe auf, kneife die Arschbacken zusammen, schaue nach vorne, lass die Schulter locker und gebe endlich mal Gas, sonst ist dieser Lauf mit dem derzeitigen 7. oder 8. Platz unter meinen Erwartungen. Da man nur einen Brief aufgibt und sonst nichts, entschied ich mich für Letzteres und feuerte wieder los. Die nächsten sechs Runden bzw. 45min liefen deutlich besser und ich fand allmählich meinen Rhythmus und das empfindliche Selbstvertrauen wieder, trotz des schmerzenden rechten Daumens. Während dessen überholte ich in der 12. Runde wieder Düsing #304.

Trotz des einsetzenden Regens ging ich sparsam mit den Abreisscheiben um, um einen Brillentausch bei Andre Schiefelbein, meinem Helfer, zu umgehen. Diese Taktik funktionierte schon sehr gut in HÄNCHEN, wo ich 2009 gewann. Ab der 16. Runde fielen dann die Rundenzeiten erstmals unter 7min und ich fuhr mit wachsender Geschwindigkeit nach vorne. Obwohl die Strecke immer welliger und schwieriger wurde, konnte ich meine Rundenzeiten stetig verkürzen. Ich hatte meine alte 2009er Performance wieder und konnte viele Fahrer überholen. Die letzte bzw. dritte Stunde, wo die meisten Fahrer mit der Kondition kämpfen, drehte ich erst richtig auf und konnte bis auf Rang 4 vorfahren. Und trotz immer schwierigerer Streckenbedingungen war meine letzte Runde die Schnellste von allen und ich fuhr nicht mal mit 100% Power! Tja, wäre ich mal eher erwacht!

Leider wurde meine 26. Runde nicht mehr gewertet, weil ich 9 Sekunden zu spät durchs Ziel kam. Aber dies bedeutete kein Nachteil in der Platzierung. Am Ende gewann in meiner Klasse der Gaststarter Dirk Mager #393 vor Jens Melnikoff #380 und Enrico Ryl #377. Dann folgte meine Wenigkeit mit Jahn Düsing #304 im Schlepptau als 5. Platz. Die mit 28 Fahrern besetzte E3 Klasse war stärker frequentiert als 2009, womit ich mit meinem 4. Platz durchaus zufrieden sein kann. Somit war die alte Rangordnung bzgl. Düsing wieder hergestellt und ich bin in der Cup-Wertung Dritter. Auch in der heurigen Gesamtwertung wurde ich von allen 125 Startern 20ster, was mich durchaus zufrieden stellte, wobei ich in der Cup-Gesamtwertung sogar 11. wurde und ich unglaubliche 40 Punkte erntete. Das konnte ich 2009 nur einmal knapp toppen als ich in HÄNCHEN siegte und mit dem 10. Platz mir 44 Punkte sicherte. Somit war es in Anbetracht der miserablen ersten Stunde ein sehr gutes Ergebnis, ich bin also mit einem blauen Auge davon gekommen bzw. zufrieden. Der 11. Platz in der Gesamtwertung zeigt, dass ich fast die gleiche Performance wie in meinem besten Rennen 2009 erreicht habe, was für den Anfang schon mal ganz gut ist. Aber Prognosen auf die Saison zu geben macht keinen Sinn, denn das erste Rennen der Saison von 9 Läufen sagt gar nichts aus.

Dann folgte das, was am meisten Spaß macht, die Siegerehrung! Auf Grund des Regens fand sie diesmal unterm Schleppdach statt und es ist immer wieder schön, mit den anderen vor den Ergebnislisten zu stehen und zu grübeln, wann wer wen denn geschlagen hätte, wenn… Ralf war mit seinem 22. Platz und drei Runden Rückstand auf mich äußerst unzufrieden, ebenfalls war Rainer mit seinem 6. Platz etwas enttäuscht. Somit war ich der erfolgreichste Fahrer unserer MSG. Meine Mannschaft erreichte den dritten Platz, weil Tobi in der Sportklasse einen respektablen 5. Platz einfuhr. Interessant war, dass ich nur knapp hinter Tobi lag und er nur 23sec vor mir ins Ziel huschte. Letztes Jahr war er so oft unerreichbar und heuer lag ich gleich beim Auftaktrennen dicht hinter ihm. Ich war am Ende trotz der anfänglichen Schwierigkeiten sehr zufrieden mit meinen Leistungen.

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